Die 10 häufigsten Website-Fehler – und konkrete Fixes

1) Langsame Ladezeiten und schlechte Core Web Vitals

Langsame Seiten kosten Conversion, Rankings und Social-Engagement. Google misst mit den Core Web Vitals, wie schnell Inhalte laden und reagieren.

  • Komprimiere Bilder (WebP/AVIF). Ziel: unter 200 KB pro hero image.
  • Nutze Lazy Loading für Bilder/Videos.
  • Minifiziere und bündele CSS/JS; lade nicht-kritisches JS verzögert.
  • Aktiviere Caching und HTTP/2 bzw. HTTP/3 auf dem Server/CDN.
  • Eliminiere Render-Blocking-Ressourcen und kritisches CSS inline.
  • Überprüfe Third-Party-Skripte (Chat, Ads, Fonts) – unnötiges entfernen.

Tools: PageSpeed Insights, Lighthouse, WebPageTest, GTmetrix, Squoosh, TinyPNG, Cloudflare.

Beispiel: Ein regionaler Händler reduziert die Startseite von 4,2 MB auf 1,1 MB durch WebP-Bilder und Lazy Loading. Ergebnis: Largest Contentful Paint von 4,8 s auf 1,9 s, Conversion-Rate +17 %.

Social-Media-Tipp: Social-Traffic ist oft mobil. Optimiere mobile First Byte Time und LCP. Schnelle Landingpages senken Absprünge bei Instagram- und TikTok-Klicks.

2) Schwache mobile Nutzererfahrung (kein echtes Responsive Design)

Mehr als die Hälfte des Traffics ist mobil. Häufige Fehler: zu kleine Touch-Ziele, unklare Navigation, Pop-ups, die den Inhalt verdecken.

  • Vergrößere Touch-Targets (mind. 44 px).
  • Nutze ein klares, einklappbares Menü mit maximal zwei Hierarchieebenen.
  • Vermeide Interstitials, die den Inhalt blockieren.
  • Teste Formularfelder mobil (AutoFill, passende Tastatur, wenige Pflichtfelder).
  • Setze Schriftgrößen ab 16 px, Zeilenhöhe 1,4–1,6.

Tools: Chrome DevTools (Device Toolbar), Lighthouse, BrowserStack.

Beispiel: Ein Handwerksbetrieb halbiert die mobilen Kontaktabbrüche, indem er das Anfrageformular auf fünf Felder reduziert und die Telefonnummer als klickbaren Button prominent platziert.

Social-Media-Tipp: Erstelle dedizierte, mobile Landingpages für Kampagnen. Kürzere Texte, klare Headline, ein CTA, schnelle Kontaktmöglichkeit (WhatsApp, Anruf).

3) Unklare Informationsarchitektur und fehlende CTAs

Besucher wissen oft nicht, was sie als nächstes tun sollen. Das kostet Leads und Vertrauen.

  • Definiere pro Seite ein Ziel (CTA: Anfragen, Demo, Download).
  • Platziere CTA above the fold und am Ende des Inhalts.
  • Strukturiere Inhalte mit prägnanten Zwischenüberschriften und Listen.
  • Verwende Breadcrumbs bei tiefer Navigation.
  • Nutze konsistente CTA-Texte: aktiv, konkret, nutzenorientiert.

Tools: Hotjar oder Microsoft Clarity (Heatmaps, Scrollmaps), GA4 (Pfadanalysen).

Beispiel: Ein B2B-Dienstleister ersetzt „Kontakt“ durch „Kostenlose Erstberatung sichern“ und ergänzt Social Proof. Ergebnis: +38 % mehr Anfragen.

Social-Media-Tipp: Nutze denselben CTA in Ads, Post-Text und Landingpage. Konsistenz erhöht die Conversion, weil Erwartung und Angebot übereinstimmen.

4) Dünner oder veralteter Content

Seiten ohne klare Suchintention, ohne Tiefe oder mit veralteten Daten performen schlecht – in SEO und Social.

  • Recherchiere Suchintentionen (informational, transactional, navigational).
  • Ergänze Daten, Beispiele, Grafiken, FAQs und Handlungsschritte.
  • Aktualisiere Datenpunkte (Jahreszahlen, Preise, Screenshots).
  • Setze eine Update-Routine (vierteljährliches Content-Review).
  • Vermeide Kannibalisierung: konsolidiere ähnliche Inhalte.

Tools: Google Search Console (Leistung, Indexierung), AlsoAsked, AnswerThePublic, Ahrefs/Semrush, Notion/Asana für Redaktionsplan.

Beispiel: Ein Blogartikel zu „Instagram Reels Tipps“ wird komplett aktualisiert (neue Features, Beispiele, Video). Ergebnis: +120 % organische Klicks und bessere Shares.

Social-Media-Tipp: Erstelle aus einem starken Leitartikel mehrere Social-Snippets (Zitatgrafik, 30-Sekunden-Reel, Karussell). Verlinke auf eine klare, schnelle Landingpage.

5) Fehlende oder schlechte Onpage-SEO-Grundlagen

Titel, Meta-Description, H1 und Struktur fehlen oft – verschenktes Ranking-Potenzial.

  • Schreibe einen präzisen Titel (Hauptkeyword + Nutzen, max. ~60 Zeichen).
  • Ergänze eine klickstarke Meta-Description (USP, CTA, ~150 Zeichen).
  • Nutze genau eine H1, danach logisch H2/H3.
  • Verwende sprechende URLs (kurz, keywordnah, ohne Sonderzeichen).
  • Setze interne Links mit beschreibenden Ankertexten.

Tools: Screaming Frog/ Sitebulb (Onpage-Audit), Search Console, SERP-Snippet-Generator.

Beispiel: Ein Ratgeber bekommt einen neuen Titel „SEO-Checkliste 2025: 30 schnelle Prüfungen“. CTR steigt um 2,1 Punkte, Position stabil.

Social-Media-Tipp: Gleiches Wording im Social-Post-Hook wie im Seitentitel verwenden. Das erhöht Wiedererkennung und Klickrate.

6) Technische Fehler: 404, Weiterleitungsketten, falsche Canonicals

Technische Brüche schaden UX und Rankings.

  • Bereinige 404-Fehler: leite relevante URLs per 301 um oder stelle Inhalte wieder her.
  • Vermeide Weiterleitungsketten: maximal eine Weiterleitung.
  • Setze Canonicals korrekt (auf die bevorzugte, indexierbare Version).
  • Nutze eine saubere XML-Sitemap und aktualisiere sie automatisch.
  • Stelle eine einheitliche Domain bereit (https + www oder ohne www, nicht beides).

Tools: Screaming Frog, Search Console (Abdeckung), Logfile-Analyse, Redirect-Mapper.

Beispiel: Ein Shop löst 3-fach-Weiterleitungen beim Wechsel auf HTTPS. Ergebnis: Crawler-Effizienz steigt, Rankings stabilisieren sich.

Social-Media-Tipp: Prüfe alte Post-Links. Führe, wenn nötig, gezielte 301-Weiterleitungen von viralen Posts auf aktualisierte Seiten.

7) Fehlende Sicherheit und Vertrauenselemente

Kein HTTPS, Mixed Content, unsichere Formulare – Nutzer brechen ab.

  • Aktiviere HTTPS mit HSTS und beseitige Mixed Content.
  • Nenne Impressum und Datenschutz gut sichtbar.
  • Zeige Vertrauenssignale: Kundenlogos, Zertifikate, Rezensionen.
  • Sichere Formulare mit Spam-Schutz (Honeypot, reCAPTCHA v3, serverseitige Validierung).
  • Aktualisiere CMS, Themes, Plugins regelmäßig.

Tools: SSL Labs, SecurityHeaders, WPScan (bei WordPress), Uptime-Monitoring.

Beispiel: Nach Umstellung auf HTTPS und Entfernen von Mixed Content steigt die Absprungrate von 72 % auf 49 % – Vertrauen wirkt.

Social-Media-Tipp: Nutze klare Trust-Elemente auch auf Social-Landingpages: Siegel, Bewertungen, bekannte Kundennamen.

8) Barrierefreiheit wird ignoriert

Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have. Sie verbessert Usability und SEO zugleich.

  • Kontraste gemäß WCAG (mind. 4,5:1 für Fließtext).
  • Alt-Texte für Bilder, sinnvolle Linktexte.
  • Klare Fokus-Stile, Tastaturbedienbarkeit testen.
  • Strukturierte Überschriftenhierarchie (eine H1, danach H2/H3).
  • Untertitel/Transkripte für Videos.

Tools: WAVE, axe DevTools, Lighthouse Accessibility, Screenreader-Tests (NVDA, VoiceOver).

Beispiel: Ein Verein verbessert Kontraste, Alt-Texte und Fokus-Reihenfolge. Ergebnis: längere Sitzungsdauer und bessere Rankings für Bildersuche.

Social-Media-Tipp: Nutze Untertitel in Reels/Stories und schreibe Alt-Text für Social-Posts, wo verfügbar. Das erweitert die Reichweite.

9) Schwache Tracking- und Reporting-Strukturen

Ohne sauberes Tracking triffst du Entscheidungen im Blindflug.

  • Implementiere GA4 korrekt (Events, Conversions, Domainübergreifend bei Bedarf).
  • Nutze die Search Console für Suchperformance und Indexierung.
  • Setze UTM-Parameter für Social-Posts und Ads standardisiert.
  • Richte Datenschutz-konforme Consent-Lösungen und Server-Side-Tracking ein, wenn sinnvoll.
  • Erstelle ein Dashboard mit den 5–7 wichtigsten KPIs.

Tools: Google Tag Manager, GA4, Looker Studio, Matomo, Search Console, UTM-Builder.

Beispiel: Ein KMU misst erst seit der UTM-Einführung, dass LinkedIn-Beiträge 2,5× mehr qualifizierte Leads liefern als Facebook – Budget wird umgeschichtet.

Social-Media-Tipp: Standardisiere UTM-Namen (utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_content). Das macht Kampagnenvergleich sauber.

10) Fehlende Social-Media-Integration: Open Graph, Previews, Teilbarkeit

Ohne korrekte Metadaten wirken geteilte Links lieblos – geringe CTR ist vorprogrammiert.

  • Setze Open-Graph-Tags (og:title, og:description, og:image) je Seite.
  • Nutze twitter:card (summary_large_image) für X.
  • Erstelle ein einheitliches, markenklares Share-Image-Template (z. B. 1200×630 px).
  • Füge Share-Buttons mit klaren Labels an sinnvollen Stellen ein.
  • Verhindere doppelte Titel/Descriptions durch CMS-Templates.

Tools: Meta Sharing Debugger, X Card Validator, Screaming Frog (Custom Extraction), Canva/Figma für Templates.

Beispiel: Nach Einführung von OG-Tags und Design-Template steigt die Social-CTR auf Artikelseiten von 1,4 % auf 3,2 %.

Social-Media-Tipp: Verfasse Post-Texte, die den og:title ergänzen anstatt zu wiederholen. Hook im Post, Nutzen im og:title, Beweis im og:description.

So behebst du Website-Fehler strukturiert

Schritt 1: Status erfassen

  • Führe einen Crawl durch (Screaming Frog) und exportiere Fehlerlisten.
  • Checke Core Web Vitals mit PageSpeed Insights und Search Console.
  • Analysiere Top-Seiten nach Traffic, Conversions und Absprüngen (GA4).
  • Dokumentiere Social-Traffic-Leistung mit UTM-Parametern.

Schritt 2: Priorisieren nach Impact

  • Bewerte Aufwand vs. Nutzen: Performance, Indexierung, Umsatzrelevanz zuerst.
  • Quick Wins vor Deep Dives: Bilder komprimieren, Titel/Descriptions, 404 fixen.
  • Berücksichtige Kampagnen: Seiten mit bezahltem Social-Traffic priorisieren.

Schritt 3: Umsetzung in Sprints

  • Plane 1–2-wöchige Sprints je Thema (z. B. „Performance Sprint“).
  • Teste Änderungen A/B, wo möglich (z. B. CTA-Text, Hero-Layout).
  • Richte Monitoring ein (Alerts bei 404-Spitzen, Downtime, LCP-Verschlechterungen).

Schritt 4: Messen und nachjustieren

  • Vergleiche Vorher/Nachher: LCP, FID/INP, Conversion-Rate, CTR, Scrolltiefe.
  • Wiederhole Crawls monatlich und halte eine Änderungs-Chronik.
  • Optimiere Hopspots mit Heatmaps und Session Recordings.

Praxisnahe Beispiele: Fehlerbild und Lösung

Fall A: Kampagnen-Landingpage mit hoher Absprungrate

Fehler: Schwerer Hero, unklarer Nutzen, zu viel Text.

  • Hero-Bild als WebP, 1200×800, unter 150 KB.
  • Headline konkret: „In 48 Stunden zum Angebot für [Leistung]“.
  • CTA prominent: „Kostenloses Angebot anfordern“ – WhatsApp-Option ergänzen.
  • Social-Proof direkt darunter (3 kurze Kundenstimmen).

Ergebnis: Absprungrate von 78 % auf 52 %, Leads +29 %.

Fall B: Blog-Archiv ohne Struktur

Fehler: Keine Kategorien, unklare Themen, interne Konkurrenz.

  • Kategorien definieren und als Hubs strukturieren (H2-Übersichten).
  • Pillar-Artikel erstellen und passende Beiträge verlinken.
  • Veraltete Beiträge aktualisieren oder zusammenführen.

Ergebnis: Mehr Long-Tail-Rankings, +35 % organische Sitzungen in 3 Monaten.

Fall C: Online-Shop mit vielen 404-Fehlern

Fehler: Entfernte Produkte ohne Weiterleitungen.

  • 301 auf Nachfolgeprodukt oder Kategorie setzen.
  • „Ähnliche Produkte“-Blöcke auf Kategorieebene einfügen.
  • XML-Sitemap erneuern und re-crawlen lassen.

Ergebnis: Weniger Crawl-Verschwendung, bessere Nutzerführung, stabilere Rankings.

Checkliste: Was du diese Woche angehen kannst

  • 5 größte Bilder der Startseite komprimieren und Lazy Loading aktivieren.
  • Top-5-Seiten: Titel und Meta-Description optimieren, konsistenter CTA.
  • 404-Report durchgehen und die 10 wichtigsten Weiterleitungen setzen.
  • OG-Tags für Startseite und letzte 3 Blogposts hinzufügen.
  • UTM-Konvention dokumentieren und im Team ausrollen.
  • Heatmap auf der meistbesuchten Landingpage aktivieren.
  • Kontrast-Check der Buttons und Fokus-Stile prüfen und verbessern.

Nützliche Tools – kompakte Auswahl

  • Performance: PageSpeed Insights, Lighthouse, WebPageTest, GTmetrix, Squoosh, Cloudflare.
  • SEO & Technik: Search Console, Screaming Frog, Sitebulb, Ahrefs/Semrush.
  • UX & Verhalten: Hotjar, Microsoft Clarity, BrowserStack.
  • Tracking: Google Tag Manager, GA4, Looker Studio, Matomo.
  • Barrierefreiheit: WAVE, axe DevTools, NVDA/VoiceOver.
  • Social: Meta Sharing Debugger, X Card Validator, Canva/Figma.

Häufige Stolperfallen – kurz erklärt

Zu viele Plugins

Schlanke Setups sind schneller und sicherer. Entferne ungenutzte Plugins, reduziere Bild-Slider und teste Auswirkungen auf die Performance.

Stockfotos statt echter Inhalte

Tausche austauschbare Bilder durch reale Szenen aus. Das erhöht Vertrauen in SEO und bei Social-Previews.

Fehlende Lokalisierung

Für lokale Unternehmen: NAP-Daten konsistent, Google-Unternehmensprofil gepflegt, lokale Landingpages mit echten Referenzen.

Keine Konsistenz in Tonalität und Design

Stimme Website-Copy, Social-Hooks und Visuals aufeinander ab. Konsistenz steigert Wiedererkennung und Performance über Kanäle hinweg.

Konkrete Social-Media-Tipps für Website-Betreiber

  • Pro Kampagne eine URL mit UTM-Parametern – vermeidet Datenchaos.
  • OG-Images als Template: Titel, Untertitel, Logo, kontrastreich, 1200×630 px.
  • Mobile-First-Tests für jede Social-Landingpage (60 %+ Traffic mobil).
  • Snackable Content: Artikel in 3–5 Karussells aufteilen, jeweils mit CTA zur Vertiefung.
  • Immer einen „Weiterführende Ressourcen“-Abschnitt auf Landingpages einbauen – hält Nutzer im Funnel.

Fazit: Kleine Korrekturen, große Wirkung

Die meisten Website-Probleme sind keine Raketenwissenschaft. Ladezeit, mobile UX, klare CTAs, saubere Onpage-SEO, technische Hygiene, Barrierefreiheit, verlässliches Tracking und durchdachte Social-Integration – diese Basics entscheiden über Sichtbarkeit und Umsatz.

Finale Empfehlung: Starte mit einem kompakten Audit, priorisiere nach Impact und setze Verbesserungen in zweiwöchigen Sprints um. Messe konsequent mit GA4, Search Console und Heatmaps. Richte OG-Tags, UTM-Standards und mobile Landingpages ein. So gewinnst du nachhaltig Reichweite – organisch und in Social Media.

Über den Autor

Jonas Weber ist SEO- und Online-Marketing-Spezialist mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von KMU. Sein Fokus: nachhaltige Sichtbarkeit und klare Strategien. Er verbindet pragmatische SEO-Basics mit performanter Social-Integration – ohne unnötiges Blabla.

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