Strukturierte Daten – kurz erklärt, ohne Fachchinesisch

Strukturierte Daten sind standardisierte Informationen über Ihre Inhalte, Produkte, Personen oder Standorte. Sie helfen Maschinen (Suchmaschinen, Social-Plattformen, KI-Systeme), Inhalte korrekt zu verstehen und prominent darzustellen.

  • Standard: schema.org in JSON-LD (empfohlen von Google)
  • Alternative Formate: Microdata, RDFa – funktionieren, sind aber unflexibler
  • Social-Media-Metadaten: Open Graph (Facebook, LinkedIn), X Cards (ehemals Twitter), Pinterest Rich Pins
  • Datenquellen: CMS-Felder, PIM/ERP, Data Layer, Produktfeeds
  • Ziel: Bessere Auffindbarkeit, Rich Results, konsistente Vorschauen, solide Datenbasis für AI-Features

Warum strukturierte Daten 2026 unverzichtbar sind

AI-Suche und Knowledge Graph: Maschinen brauchen klare Aussagen

AI-Overviews, Bing Copilot und zahlreiche Assistenten greifen auf Entitäten, Relationen und verlässliche Attribute zu. Wer klare Markups liefert (Organization, Person, Product, LocalBusiness, Article, FAQ, Video), wird korrekter erkannt und in Antworten herangezogen. Ohne Markup bleiben Inhalte häufiger „grau“ und weniger zitierfähig.

Rich Results, höhere CTR und mehr qualifizierte Klicks

Mit strukturierten Daten erhalten Sie erweiterte Darstellungen: Sterne-Bewertungen, Preise, Verfügbarkeit, FAQs, HowTos, Breadcrumbs, Events, Jobs. Diese Rich Results steigern die Klickrate und filtern die richtige Zielgruppe vor (z. B. verfügbarer Preis „ab 39 €“ statt generischem Snippet).

Social Media: Vorschauen, Feeds und Social Commerce

Auf Social Media entscheidet die Vorschau über den Klick. Open Graph und X Cards steuern Titel, Beschreibung und Bild. Im Social Commerce sorgen strukturierte Produktdaten (GTIN, Marke, Preis, Verfügbarkeit) dafür, dass Shops korrekt synchronisieren – weniger Ablehnungen, mehr Reichweite.

Datenqualität, Compliance und Skalierbarkeit

2026 zählt konsistente, überprüfbare Datenqualität. Markups schaffen die Grundlage für saubere Feeds, korrekte Händlerinformationen, einheitliche Öffnungszeiten und geprüfte Angaben. Das erleichtert Audits, reduziert Support-Aufwand und macht Ihre digitale Kommunikation robuster.

Praxis: Wo strukturierte Daten den Unterschied machen

SEO auf der Website

  • Organization und Website: Logo, Name, Social-Profile, Suche auf der Website
  • BreadcrumbList: Klare Klickpfade, bessere Snippet-Strukturen
  • Article/BlogPosting: Autor, Datum, Überschrift, Bild, Thema
  • FAQ/HowTo: Mehr Platz im SERP, schnelle Antworten
  • Product/Offer/AggregateRating: Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen, Händlerinfos
  • VideoObject: Titel, Beschreibung, Thumbnail, Dauer – für Video-Rich-Results
  • Event: Datum, Ort, Tickets – ideal für Kultur, Messen, Webinare
  • JobPosting: Reichweite im Jobbereich, strukturierte Anforderungen

Social Media

  • Open Graph: og:title, og:description, og:image, og:type, og:url – steuert die Vorschau
  • X Cards: title, description, image – Kontrolle über Snippets auf X
  • Pinterest Rich Pins: Strukturierte Produktinfos für visuelle Suche
  • Produktfeeds: Einheitliche IDs (GTIN/MPN), Preis, Verfügbarkeit, Marke – weniger Ablehnungen

Local SEO

  • LocalBusiness/Organization: Adresse, Geokoordinaten, Öffnungszeiten, Telefonnummer
  • SameAs: Verbindung zu Profilen/Verzeichnissen für Vertrauenssignale
  • Reservierung/Bestellung: Hinweise auf Bestell- oder Buchungsoptionen

E‑Commerce

  • Product + Offer: Varianten, Preisstaffeln, Lieferzeiten, Versand
  • Review/AggregateRating: Echte Bewertungen, klare Quellenangaben
  • Merchant Listings/Feeds: Konsistente Produktdaten in Merchant Center & Social Shops

Content-Marketing

  • Article/BlogPosting: Themenabdeckung, Autorität, Aktualität
  • FAQ/HowTo: Featured-Snippets-Chancen
  • VideoObject/PodcastEpisode: Auffindbarkeit in Suchmaschinen und Apps

Welche Markups wofür? Übersicht

Ziel Empfohlenes Markup Erwarteter Effekt
Markenaufbau Organization, WebSite, Logo Stärkere Erkennung als Entität, konsistente Darstellung
Mehr SERP-Fläche FAQ, HowTo, BreadcrumbList Erhöhte CTR, informativere Snippets
Produktumsatz Product, Offer, Review Preise/Bewertungen sichtbar, qualifiziertere Klicks
Local Leads LocalBusiness Mehr Telefonanrufe, Navigationsklicks
Events/Teilnahmen Event Höhere Sichtbarkeit, Ticket-Conversion
Jobs JobPosting Reichweite bei qualifizierten Kandidaten
Video-Reichweite VideoObject Video-Snippets, bessere Entdeckung

Konkrete Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Lokale Bäckerei

Situation: Regionale Sichtbarkeit, wechselnde Öffnungszeiten, Tagesangebote. Ziel: Mehr Laufkundschaft, Anrufe, Navigationsklicks.

  • LocalBusiness: Name, Adresse, Geokoordinaten, Öffnungszeiten, Telefonnummer
  • Menu/Offer: Tagesangebote als strukturierte Angebote (z. B. „Frühstücksdeal ab 5,90 €“)
  • Event: Brotback-Workshop am Samstag, inkl. Uhrzeit und Tickets
  • FAQ: Parkplatz, Vorbestellung, Allergene

Vereinfachtes JSON-LD-Beispiel (als Text skizziert):

{ "@context": "https://schema.org", "@type": "Bakery", "name": "Bäckerei Sonnengold", "address": { "streetAddress": "Hauptstraße 12", "addressLocality": "Musterstadt", "postalCode": "12345" }, "geo": { "latitude": 48.123, "longitude": 11.456 }, "openingHoursSpecification": [{ "dayOfWeek": ["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"], "opens": "06:30", "closes": "18:00" }, { "dayOfWeek": "Saturday", "opens": "07:00", "closes": "13:00" }], "telephone": "+49-1234-56789" }

Ergebnis: Einheitliche Karten-Einträge, korrekte Öffnungszeiten, mehr Anrufe aus dem Snippet.

Beispiel 2: E‑Commerce Outdoor-Shop

Situation: Viele Varianten, Preisschwankungen, Social Ads. Ziel: Größere Reichweite, weniger Feed-Ablehnungen, stabilere ROAS.

  • Product + Offer: Varianten mit eindeutigen IDs (GTIN/MPN), Preis, Verfügbarkeit, Marke
  • AggregateRating: Echte Bewertungen mit Quelle/Datum
  • Open Graph: Klare Produkt-Titel und Hero-Images für Social-Sharing
  • Merchant-Feed: Sauberer Export via PIM/ERP, regelmäßige Updates

Ergebnis: Rich Results mit Preis/Verfügbarkeit, weniger Fehler im Merchant Center, bessere CTR.

Beispiel 3: B2B SaaS

Situation: Längere Customer Journeys, Inhalte stark erklärungsbedürftig. Ziel: Thought Leadership, qualifizierte Demo-Anfragen.

  • Organization: Klare Entitätsangaben, Social-Profile
  • Article/BlogPosting: Technische Guides und Use Cases mit Autor, Datum, Thema
  • FAQ/HowTo: Schritt-für-Schritt-Lösungen
  • VideoObject: Demos, Webinare, On-Demand

Ergebnis: Größere SERP-Fläche durch Artikel- und FAQ-Markup, mehr qualifizierte Leads.

Tools: Prüfen, implementieren, überwachen

  • Rich Results Test: Prüft, welche Rich Results möglich sind und ob Fehler vorliegen
  • Schema Markup Validator (schema.org): Validiert JSON-LD/Microdata
  • Search Console: Enhancement-Reports, Status der Rich Results, Fehlerwarnungen
  • Screaming Frog/ Sitebulb: Crawlt strukturiertes Markup im großen Stil
  • JSON-LD Playground: Schnelles Testen von Snippets
  • Facebook Sharing Debugger: Open-Graph-Vorschau, Cache-Reset
  • X Card Validator: Prüfung von Karten auf X
  • LinkedIn Post Inspector: Vorschau von Link-Snippets
  • Pinterest Rich Pins Validator: Prüfung für Rich Pins

Schritt-für-Schritt: So setzen Sie strukturierte Daten richtig um

  1. Audit: Welche Inhalte und Seitentypen haben Potenzial? Liste: Produkte, Kategorien, Artikel, FAQs, Videos, Standorte, Events, Jobs.
  2. Priorisierung: Starten Sie mit Templates mit hoher Reichweite (z. B. Produktdetailseiten, Artikel mit stabilem Traffic, Standortseiten).
  3. Datenmodell definieren: Welche Felder werden wo gepflegt? CMS-Felder, PIM/ERP, Data Layer. Vermeiden Sie Freitext-Felder für kritische Attribute (Preis, Verfügbarkeit).
  4. JSON-LD implementieren: Pro Seitentyp ein Template. Nutzen Sie Variablen aus dem CMS und den Feed-Daten. Achten Sie auf Konsistenz mit sichtbaren Inhalten.
  5. Testing: Validieren mit Rich Results Test und Search Console. Fehler und Warnungen systematisch beheben.
  6. Social-Meta ergänzen: Open Graph und X Cards pro Template. Klare Bildregeln (Format, Größe), präzise Titel/Beschreibungen.
  7. Feed-Governance: Legen Sie Update-Frequenzen fest (z. B. alle 4–12 Stunden). Prüfen Sie IDs, Preise, Verfügbarkeit, Versandregelwerke.
  8. Monitoring: Metriken definieren (siehe unten). Alerts für Statusänderungen in der Search Console aktivieren.
  9. Dokumentation: Ein kurzes Playbook für Redakteure und Entwickler. Checkliste: Felder, Bildgrößen, Pflichtangaben, Test-Tools.
  10. Iterieren: Quartalsweise Review. Neue schema.org-Typen prüfen. Was bringt messbar mehr CTR oder Conversions? Ausbauen, was funktioniert.

Social-Media-Tipps: Schnell wirksam, wenig Aufwand

  • Standardisiertes Hero-Image je Seitentyp festlegen (z. B. 1200x630). Keine Textwüste im Bild – klare Visuals wirken besser.
  • og:title und og:description auf 60/110 Zeichen optimieren, ohne Clickbait. Nutzen nennen, klare Aussage.
  • X Cards separat befüllen, falls Titel/Description differenziert werden sollen.
  • UTM-Standards definieren (utm_source, utm_medium, utm_campaign). Einheitliche Namenskonventionen.
  • Für Produkte: Einheitliche IDs, Marke, GTIN – beugt Feed-Fehlern vor und erhöht Reichweite in Social Shops.
  • Vor dem Posten testen: Sharing Debugger, Card Validator. Cache erneuern, falls falsche Bilder gezogen werden.

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Markup passt nicht zum sichtbaren Inhalt: Risiko von Ablehnungen. Lösung: Werte 1:1 aus sichtbaren Feldern speisen.
  • Fehlende Pflichtfelder: Product ohne Preis/Verfügbarkeit, Event ohne Datum. Lösung: Templates mit Validierung im CMS.
  • Widersprüche in Datenquellen: Preis im Feed ≠ Preis auf der Seite. Lösung: Single Source of Truth definieren.
  • Zu viel manuell, zu wenig automatisiert: Fehleranfällig. Lösung: JSON-LD-Templates, Data Layer nutzen.
  • Kein Monitoring: Probleme bleiben unentdeckt. Lösung: Search-Console-Alerts, wöchentliche Checks.
  • OG-/Card-Meta vergessen: Schlechte Social-Previews. Lösung: Standard im Head-Bereich je Template hinterlegen.

KPIs: Woran Sie den Erfolg messen

  • Impressions und CTR für Rich Results (Search Console)
  • Anteil der gültigen Markups je Seitentyp
  • Fehler/Warnungen im Zeitverlauf (Entwicklung → Stabilität)
  • Social CTR aus organischen Posts und Paid-Ads mit strukturierten Previews
  • Conversion-Rate und Warenkorbwert bei Produkt-Rich-Results
  • Anrufe, Wegbeschreibungen, Tisch-/Terminbuchungen bei LocalBusiness

Fortgeschritten: Governance und Skalierung

  • Schema-Registry: Dokumentieren Sie je Seitentyp die verwendeten schema.org-Typen und Pflichtfelder.
  • Release-Check: Jede Template-Änderung triggert einen automatischen Markup-Test.
  • Content-Playbook: Redakteure wissen, welche Felder Pflicht sind (z. B. Artikelbild, Alt-Text, FAQ-Fragen).
  • Datenqualität-Score: Anteil vollständiger Datensätze, Fehlerquote, Aktualität.
  • Rollout-Roadmap: Zuerst High-Impact-Seiten (Top-10% Traffic/Umsatz), dann Breite.

Mini-FAQ

  • Welches Format ist 2026 zu bevorzugen? JSON-LD. Es ist flexibel, wartungsarm und von Google empfohlen.
  • Reichen Open Graph und X Cards für Social? Für Previews: ja. Für Social Commerce brauchen Sie zusätzlich saubere Produktfeeds.
  • Schadet falsches Markup? Ja. Falsche oder widersprüchliche Angaben führen zu Ablehnungen, Verlust von Rich Results und Vertrauensproblemen.
  • Wie schnell sieht man Effekte? Meist innerhalb weniger Wochen. Feeds können schneller reagieren, SEO braucht oft 2–8 Wochen.
  • Brauche ich Entwickler? Für Templates und Automatisierung: ja. Für Content-Felder und Pflege: Redakteure mit Playbook genügen.

Checkliste: Ihr 30‑Tage-Plan

  1. Woche 1: Audit und Priorisierung (Seitentypen, Felder, Gaps)
  2. Woche 2: JSON-LD-Templates bauen (Product, Article, LocalBusiness, FAQ)
  3. Woche 3: Social-Meta ergänzen, Feeds bereinigen, Tools integrieren
  4. Woche 4: Testen, Search-Console-Fehler beheben, KPI-Dashboard aufsetzen

Was sich bis 2026 verschärft

  • Mehr KI-gestützte Antwortflächen: Nur sauber strukturierte, vertrauenswürdige Daten werden zuverlässig herangezogen.
  • Höhere Ansprüche an Aktualität: Preise, Verfügbarkeiten, Öffnungszeiten müssen stimmen – sonst verlieren Sie Sondersignale.
  • Plattform-Ökonomie: Social Shops und Merchant-Systeme akzeptieren nur konsistente, validierbare Feeds.

Fazit

Strukturierte Daten sind 2026 der Schlüssel zu Sichtbarkeit, Konsistenz und Effizienz. Sie schaffen die Grundlage für Rich Results, relevante Social-Previews und verlässliche Feeds – und damit für messbaren Geschäftserfolg.

Meine Empfehlung: Starten Sie jetzt mit einem fokussierten Rollout. Setzen Sie JSON-LD-Templates für Ihre wichtigsten Seitentypen auf, standardisieren Sie Social-Meta, bereinigen Sie Feeds und etablieren Sie ein leichtgewichtiges Monitoring. Mit klarer Priorisierung und einem sauberen Datenmodell schaffen Sie in wenigen Wochen spürbare Effekte – nachhaltig und skalierbar.

Autor: Jonas Weber. Jonas ist SEO- und Online-Marketing-Spezialist mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von KMU. Sein Fokus: nachhaltige Sichtbarkeit und klare Strategien.

Pour aller plus loin